Unser Plan war eigentlich klar: Wir fahren um zehn gemütlich in Ottstedt los, haben in Leipzig dann genügend Zeit den Charly in seine Box zu stecken, noch was zu essen und dann sich in Ruhe aufs Einzel vorzubereiten. Leider zeigte sich bereits in Schorba, dass wir lieber keine Pläne mehr machen sollten. Eine spontane Vollsperrung der Autobahn zwang uns die Landstraße rund um Jena zu erkunden. In Jena kamen wir dann von einem Stau in den anderen, da leider auch alle anderen Autofahrer die Autobahn verlassen mussten. Nach anderthalb Stunden wurde uns langsam unsere missliche Lage bewusst und Nadia versuchte verzweifelt per Handy jemanden in Leipzig zu erreichen, der sie schon mal abharken konnte. Höhepunkt unserer Stau-Irr-Fahrt war sicherlich Bielis Wendemanöver mitten im Abfahrtsstau vor den Augen der Polizei. Aber dank doch noch netten Autofahrern konnten wir uns wieder in der richtigen Staurichtung einordnen. Nach über zwei Stunden stellten wir fest, dass wir uns ja immer noch in Jena befinden, aber wenigstens rief endlich mal der Michi zurück und erklärte sich bereit, Nadia abharken zu lassen. Irgendwann konnten wir endlich Jena und den Stau hinter uns lassen und gelangten genau zehn Minuten vor Beginn des Einzelwettbewerbs doch noch in Leipzig an. Das war besonders für Melle eine Beruhigung, da sie sich Daniels Start auf Hardy nicht entgehen lassen wollte. Da Nadia erst im hinteren Bereich dran war, hatten wir für die Vorbereitung nun doch noch ne gute Stunde Zeit. Also wurden schnell Haare gemacht, Charly noch mal übergeputzt und dann ging es langsam zum ablongieren. Der Start lief im großem und ganzem ganz gut. Die Pflicht war o.k. (ich stand sogar mal ohne zu wackeln *g*), und auch die Kür verlief, abgesehen vom Aufgang, ohne Fehler! Halbwegs zufrieden steckten wir Charly in seine Box und konnten nun endlich den gemütlicheren Teil des Tages in Angriff nehmen. Und zwar: Essen besorgen, einen Sitzplatz in der Halle organisieren und dann den restlichen Nachmittag Gruppenküren bewundern! Die Siegerehrung war erst für halb acht Uhr abends angesetzt. Die lange Wartezeit wurde uns durch den unerwarteten Sieg von Nadia bei den M-Einzelvoltigieren versüßt! Das war für uns doch noch ein sehr versöhnlicher Abschluss dieser doch sehr missratenen Saison. Nach der Siegerehrung wurde in Rekordzeit der Charly verpackt und wieder Richtung Weimar gedonnert, da um zehn wieder eine (diesmal angekündigte) Vollsperrung der Autobahn erfolgen sollte. Aber diesmal schafften wir es locker und konnten so den Charly noch vor halb elf wieder in seine Box stecken!